Die Gebhardsreuther Schleife wurde bereits um das Jahr 1400 erwähnt. Sie gehörte zum Landsassengut des „Ott dem Engelhofer“ in Gebhardsreuth. Dieser war ein Lehensmann der Landgrafen von Leuchtenberg.
Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb Leonhard Anton von Voit das Anwesen. Das Ge-bäude wurde ehemals als Mühle und Sägewerk genutzt. Angetrieben wurde beides von einem Werkbach, der vom Fluss Pfreimd abgeleitet worden war. Anton von Voit baute im Jahr 1749 die Gebäudlichkeiten zu einem Glasschleif- und Polierwerk um. Das in einem guten Zustand bis heute erhaltene Industriegebäude wurde ausschließlich mit Feldsteinen aus der Umgebung errichtet. Voit verpachtete das Werk 1758 an Gottlieb Ulrich Fenkl aus Pfreimd um 100 Gulden jährlich.
Es folgte die Blütezeit der Glasveredlung. Dieser Wirtschaftszweig brachte einen ungeahnten Wohlstand für den gesamten oberpfälzischen Raum. Das Glas kam aus Glashütten nahe der böhmischen Grenze bzw. direkt aus Böhmen. Ende des 19. Jahrhunderts jedoch führte die zunehmende Industrialisierung zum Niedergang der Glasveredelung in der Oberpfalz.
Heute wird an der Stelle das Wasser der Pfreimd zur Stromerzeu-gung genutzt. Der Strom treibt wieder, wie in vergangener Zeit, ein Sägewerk an.